Auf den Spuren des Christentums

Sonntag, 20. März 2011 In Indien geht alles etwas langsamer, beschaulicher zu. Für 20 bis 30 km Autofahrt benötigt man etwa eine Stunde. Ähnlich ist es auch mit der Internet-Verbindung des Hotels. Ab und zu fällt sie einfach aus, ohne ersichtlichen Grund. So auch von gestern Abend bis heute Mittag, so dass ich erst heute von unseren gestrigen Erlebnissen berichten kann. Inzwischen erwischte einige aus der Reisegruppe das, was jeder Indienreisende fürchtet: Durchfall. Doch zum Glück ging es den meisten am Mittag schon besser und fast alle kamen mit, auf den Ausflug nach Nord-Goa. Wir besuchten drei christliche Kirchen in Alt-Goa, der früheren Hauptstadt von Portugiesisch-Indien. Die älteste, "Se Cathredal" genannt, war die erste christliche Kirche Asiens und ist noch heute der Bischoffssitz von Goa. Alle drei, erbaut zwischen 1511 und 1605, stammen architektonisch aus der christlichen Tradition, weisen aber in den kunsthandwerklichen Details indische Elemente auf. Hier einige Eindrücke von den Kirchen und dem Vormittag:

Anschließend fahren wir mit dem Bus nach Ribandar, wo wir ein 300 Jahre altes, im portugiesischen Stil erbautes Haus besichtigen. Die heutige Besitzerin vermietet das großzügige Haus, welches direkt am Mandovi-River liegt, für Feierlichkeiten.

Zum Abschluss des Tages unternehmen wir einen Sunset-Cruise auf dem Mandovi-River. Was wir als romantische Sonnenuntergangsfahrt erwarten, entpuppt sich als Touristenattraktion für Goa-Reisende. Busseweise strömen die Menschen zu den Schiffen, die mit lauter Musik beschallt werden. Ein Animateur motiviert zwischen den Auftritten einer Tanzgruppe abwechselnd Kinder, Ehepaare, Männer und Frauen zum Tanzen auf der Bühne. Erst verdrehen wir ein wenig verwundert die Augen, doch schließlich lassen wir uns von der Stimmung anstecken und tanzen einfach mit. Als wir schließlich das Hotel erreichen, freuen sich alle auf eine erfrischende Dusche.

Am heutigen Sonntag ist in Goa "Holi", das indische Frühlingsfest, auch Fest der Farben genannt. Der Strand von Bogmallo ist voller bunt besprenkelter Menschen, denn an Holi beferfen sich die Menschen gegenseitig mit Farbbeuteln. Früher handelte es sich um heilend wirkende Pflanzenfarben, heute werden jedoch leider meist synthetische Farben verwendet. Ausgelassen feiern, baden und spielen vor allem Jugendliche am heute sehr vollen Strand.

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