Welcher Fasten-Typ sind Sie?

Für viele Menschen ist die Frühjahrszeit auch Fastenzeit, die oft am Aschermittwoch, etwa sechs Wochen vor Ostern beginnt. Diese Tradition deckt sich mit dem Wissen des Ayurveda, nach dem die feuchte und kalte Zeit ab etwa Ende Februar sehr zum Fasten geeignet ist. Denn mit der zunehmenden Kraft der Sonne werden die körpereigenen Selbstreinigungskräfte aktiviert. Die Ausleitung von Stoffwechselrückständen, die sich im Winter angesammelt haben, und der Abbau von Fettgewebe können nun mit einer geeigneten Diät wirkungsvoll unterstützt werden. Fasten bedeutet in diesem ayurvedischen Sinne nicht schlichtes Hungern, sondern die mengenmäßig reduzierte, leichte bis sehr leichte, aber typgerechte Ernährung.

Typgerecht fasten heißt doshagerecht fasten

Ist Ihnen das Prinzip der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha bereits vertraut? Dann können Sie diesen Absatz getrost überspringen. Anderseits ist es sinnvoll, sich die verschiedenen Eigenschaften der Dosha-Typen noch einmal vor Augen zu halten. Denn jede ayurvedische Maßnahme sollte auf Ihre individuelle Konstitution abgestimmt sein.

Nach Ayurveda ist Ihre Physiologie von drei ganzheitlichen und universellen Grundkräften, den Doshas Vata, Pitta und Kapha durchdrungen. Sie steuern alle körperlichen, geistigen und seelischen Vorgänge. Ihre persönlichen Eigenschaften, körperliche Merkmale und Talente lassen auf ein Vorherrschen eines oder zweier Doshas schließen. Dieses individuelle und grundlegende Gleichgewicht bestimmt Ihren Dosha-Typ.

Fast jeder ist ein „Mischtyp”

Hätten Sie von einem Dosha einen deutlich höheren Anteil als von den anderen beiden, zum Beispiel viel Vata, aber wenig Pitta und Kapha, so wären Sie ein Vata-Typ. Hätten Sie beispielsweise etwa gleich viel Pitta und Kapha, aber wenig Vata, so wäre Sie ein Pitta-Kapha-Typ. Jeder Mensch hat seine völlig individuellen Anteile der drei Doshas, was durch folgende Eigenschaften charakterisiert wird.

Der Vata-dominierte Typ hat einen leichten Knochenbau und geringes Gewicht. Er nimmt schwer zu, hat einen unregelmäßigen Appetit. Vata-Menschen frieren leicht, fühlen sich in Hitze wohl und essen und trinken gern Heißes. Sie sind flexibel, begeisterungsfähig, phantasievoll und gesprächig. Gerät ein Vata-Typ aus dem Gleichgewicht, sind Nervosität, Ängstlichkeit, Sorgen und Schlafstörungen oft die Folge. Auch trockene Haut, Verstopfung sowie kalte Hände und Füße sind Zeichen für ein gestörtes Vata-Dosha.

Menschen mit einer Pitta-Dominanz haben einen mittleren Körperbau. Sie essen viel und vertragen in der Regel jede Nahrung. Müssen sie eine Mahlzeit verschieben, sind sie leicht gereizt. Pitta-Menschen sind gute Redner, können gut strukturieren, sind ordentlich und erfinderisch sowie ehrgeizig und entscheidungsfreudig. Bei einer Pitta-Störung neigen sie zu Perfektionismus, Zornesausbrüchen, Gereiztheit, Hautausschlägen und Entzündungen.

Der Kapha-Typ hat einen kräftigen Körperbau, eine ausgeprägte Muskulatur und eine Tendenz zu Übergewicht. Sein Immunsystem arbeitet gut, er wird selten krank. Kapha-Menschen sind ausdauernd, körperliche Arbeit und Bewegung tun Ihnen gut. Geduld, Seelenstärke und Sanftmut zeichnen sie aus.

Gerät Kapha aus dem Gleichgewicht, neigt der Mensch zu Übergewicht, Dumpfheit oder Depression sowie zu Übelkeit, Völlegefühl und Schnupfen.

Welcher Dosha-Typ sind Sie? Eine erste Einschätzung Ihres persönlichen Dosha-Typs können Sie mit unserem kostenlosen Online-Dosha-Test vornehmen. Außerdem finden Sie bei uns Maharishi Ayurveda Vata-, Pitta- und Kapha-Produkte, die Sie dabei unterstützen sollen, Ihr persönliches Dosha-Gleichgewicht zu halten.

Doshagerechtes Fasten

Mit dem Fasten sollen Stoffwechselrückstände, Schlacken und Fette den Organismus verlassen. Es liegt daher auf der Hand, dass dies immer mit dem Verlust von Körpermaterie einhergeht. Dr. med. Mathias Kossatz, Ayurveda-Arzt in Frankfurt meint deshalb: „Menschen mit einer Kapha-Dominanz vertragen das Fasten generell gut, weil sie Materie zu vergeben haben. Dagegen würde man im Ayurveda dem Vata-Typ und dem ausgeprägten Vata-Pitta-Typ das Fasten nicht empfehlen, zumindest solange sie kein Übergewicht haben. Diese können sich naturgemäß nicht erlauben, Materie abzugeben. Sie würden sehr schnell abnehmen und hätten nachher größte Mühe, ihr weniges Gewicht wiederzuerlangen.”

Idealerweise fastet man daher möglichst nur unter der Aufsicht eines erfahrenen Ayurveda-Therapeuten oder lässt sich vor dem Fasten von einem Ayurveda-Arzt oder in einer Ayurveda Klinik beraten. Adressen vermittelt Ihnen gerne die Deutsche Gesellschaft für Ayurveda. Zwar wird Nullfasten im Ayurveda nicht empfohlen, weil es die Kraft des Agni (Verdauungsfeuer) zu sehr belasten würde, aber die Möglichkeiten der ärztlichen Empfehlungen für Ihren individuellen Fastenplan sind vielseitig und umfangreich. Reicht für den einen eine leichte, vegetarische Mittagsmahlzeit und heißer Ingwertee über mehrere Wochen hinweg, so benötigt der andere drei Mahlzeiten pro Tag, die so zusammengesetzt sind, dass sie seine Entschlackung ideal unterstützen. Für empfindliche Typen kann sogar schon ein Suppentag pro Woche die richtige Maßnahme sein.

Keinen Stress aufkommen lassen

Eine ayurvedische Erkenntnis, die beim Fasten und sogar in jeder anderen Lebenssituation beachtet werden kann, gilt allerdings für alle Dosha-Typen: „Unsere innere Natur ist glücksgesteuert”, sagt Dr. med. Mathias Kossatz. „Wenn wir etwas Richtiges tun, dann sollten wir uns dadurch wohler oder sogar glücklicher fühlen. Gerade beim Fasten, bei der Entgiftung kann es zwar immer wieder einmal vorkommen, dass dies vorübergehend nicht der Fall ist. Wenn man jedoch länger fastet, sollte man sich dabei ständig besser fühlen oder zumindest gut. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es Zeit einen erfahrenen Ayurveda-Arzt aufzusuchen – oder das Fasten zu beenden.”

Noch ein Wort zur Gewichtsreduzierung

Nach ayurvedischer Auffassung sind Gewichtsprobleme nicht nur eine Frage von zu üppiger Nahrungsaufnahme. Speziell massives Übergewicht ist hauptsächlich eine Frage des Stoffwechsels. Damit lang anhaltende Erfolge erzielt werden können, muss dieser wieder in seine gewohnte, normale Funktion zurückgeführt werden. Kurzfristige Erfolge durch eine Verringerung der Nahrungszufuhr können das Problem in der Regel nicht lösen, denn der Stoffwechsel wird durch das Fasten noch weiter geschwächt. Deshalb nehmen die fastenden Personen nach einer anfänglich erfolgreichen Kur fast immer wieder zu, häufig sogar über das ursprüngliche Ausgangsgewicht hinaus (Jojo-Effekt).

Maharishi Ayurveda Ärzte werden Ihnen deshalb verschiedene Methoden empfehlen, die sich alle zusammen positiv auf den gesamten Stoffwechsel auswirken und in Kombination dazu führen sollen, dass die Erfolge in der Balancierung des Stoffwechsels und der Gewichtsabnahme aufrecht erhalten werden können. Zur Unterstützung der persönlichen Dosha-Konstitution stehen außerdem passende Maharishi Ayurveda Nahrungsergänzungen zur Verfügung. Maharishi Ayurveda Kliniken oder Gesundheitszentren bieten darüber hinaus spezielle und individuell angepasste Kurbehandlungen aus dem Programm der klassischen Panchakarma-Therapie an.